Im Aufwind – Waldrappen aus dem NaturZoo fliegen frei

Sechs Waldrapp-Ibisse haben den NaturZoo Rheine Richtung Süden verlassen: Die sehr seltenen Vögel sollen im Süden Spaniens im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes bald frei fliegen.

Die gut hühnergroßen, schwarzen Waldrappe sind gekennzeichnet durch Glatze und Federschopf am Hinterkopf, was auch zu ihrem zweiten Namen Schopfibis führt. Sie gehören zu den seltensten Vogel- und sogar Tierarten der Erde. Einst waren sie in Europa häufig, aber in Mitteleuropa waren die Bestände durch intensive Bejagung im 17. Jahrhundert erloschen. Eine letzte, potentiell überlebensfähige Population, die dank intensiver Schutzbemühungen in den letzten Jahren auf mehrere hundert Tiere angewachsen ist, existiert in Marokko.

In Zoologischen Gärten werden etwa 2.000 Waldrappen gehalten. Diese stellen also eine unermesslich wertvolle „Sicherungs-Population“ dar, für den Fall, dass sich der Freilandbestand nicht mehr auf einer tragfähige Größe halten kann. Aus den Zoos stünden dann Tiere zur Bestandsaufstockung und zur Wiederansiedlung zur Verfügung.
Um Erfahrungen für diesbezüglich erfolgreiche Methoden zu erlangen, gibt es in Österreich und in Andalusien Projekte, wo Waldrappen in geeigneten Lebensräumen angesiedelt werden. Die Tiere dazu stammen aus Zoo-Nachzuchten, wie die aus Rheine.

Im NaturZoo werden seit Mitte der siebziger Jahre Waldrappen gehalten und alljährlich sehr erfolgreich nachgezogen. Hier sind über die Jahre hunderte dieser Ibisse aufgewachsen, und sie haben wesentlich zum Aufbau weiterer Zuchtgruppen in europäischen und nordamerikanischen Zoos beigetragen.
Von den dreizehn im vergangenen Jahr aufgezogenen Jungen wurden nun 6 dem Ansiedlungsprojekt „Proyecto Eremita“ zur Verfügung gestellt. Sie sollen sich nach Quarantäne und Vorbereitung den bereits frei fliegenden Artgenossen anschließen und dann über Südspanien segeln.

Die Waldrappen sind also im Aufwind – auch dank der Arbeit der Zoologischen Gärten, die nicht nur die Tiere züchten, sondern auch die Schutzmaßnahmen finanziell unterstützen.

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