Abschied von Gibbonmann "Bert"

Nach 43,5 Jahren, davon 37 Jahren bei uns im NaturZoo, ist Anfang des Monats der Gibbonmann „Bert“ eingeschläfert worden. Er hatte in den Wochen zuvor deutliche Anzeichen einer Verschlechterung seines Wohlbefindens gezeigt. Eine intensive veterinärmedizinische Untersuchung hat zutage gebracht, dass er trotz gesunder Ernährung unheilbar an Diabetes erkrankt war. Um ihm unnötige Leiden zu ersparen, wurde dann die Entscheidung zu einer Euthanasie getroffen.

Dank großer Fortschritte in der Veterinärmedizin und verbesserter Haltungsbedingungen werden Zootiere wie "Bert" immer älter und leben oft deutlich länger als ihre wild lebenden Artgenossen.
Damit nehmen jedoch auch altersbedingte Beschwerden wie beispielsweise Gelenksarthrosen zu. Ziel ist daher nicht das Erzielen neuer Altersrekorde, sondern stets die Gewährleistung des Tierwohls. Außerdem erhält mit dem Tod eines alten Tieres die nächste Generation eine Chance auf Zucht für die wichtige Arterhaltung der stark gefährdeten Weißhandgibbons.

Der Gibbon kam im Jahr 1988 zur Adventszeit in den NaturZoo Rheine und wurde mit der damals bereits bei uns lebenden Gibbondame „Lizzy“ vergesellschaftet, mit der er auch viermal Nachwuchs zeugte. Nach dem Tod des Weibchens kam er mit der heute noch bei uns lebenden „Babs“ zusammen. Mit ihr verstand er sich nie so richtig gut, und deren Kontakt beschränkte sich auf Berührungen durch die Schieber der benachbarten Gehegeteile. Während seiner Zeit bei uns im Zoo erlebte „Bert“ auch Umzüge und Verbesserungen der Haltungsbedingungen. Zuerst im Affenhaus untergebracht, zog er im Jahr 2006 auf die neu gebauten Affeninseln um. Zuletzt war er dort aufgrund seines Alters nur noch selten auf der Außenanlage zu sehen.

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